Mit der Ausarbeitung des Gewässerentwicklungsplans für die Gemarkung Altdorf hat die Gemeinde im Jahr 2015 die Voraussetzung geschaffen für die Umsetzung und Förderung von konkreten Gewässerentwicklungsmaßnahmen.

Nach der Planungsphase mit umfangreichen Abstimmungen mit Behörden und Anliegern startete am 17. Juni die Hauptbauphase zur Naturnahen Umgestaltung des ca. 500 m langen Abschnitts der Altdorfer Würm zwischen der Holzgerlinger / Hildrizhauser Straße und der Würmstraße mit dem offiziellen Baggerbiss. Vorab wurden bereits im Winterhalbjahr 2018/2019 die notwendigen Gehölzrodungen durchgeführt.

Planungsziel der „Naturnahen Umgestaltung der Würm“ ist, naturferne Ufer- und Sohlsicherungen und Sohlabstürze zu entfernen, die Gewässerdurchgängigkeit wieder herzustellen, die begradigte Linienführung naturnah umzugestalten und die die ökologischen Funktionen des Gewässers für Gewässerlebewesen zu verbessern.
Auf dem östlichen Abschnitt im Bereich der Ortsbebauung ist die ökologische Verbesserung auf das Bestandsprofil begrenzt. Im weiteren Abschnitt entlang des Sport- und Freizeitgeländes wird der künstlich begradigte Verlauf der Würm aber durch das Anlegen von neuen Gewässerschlingen wieder sehr nahe an das natürliche Leitbild herangeführt. Dafür werden in den nächsten Monaten ca. 2.000 m³ Boden bewegt und sogenannte ingenieurbiologische Ufersicherungsbauweisen aus natürlichen Baumaterialien eingesetzt, um Ufer und Sohle ökologisch zu sichern und wertvolle Strukturen für Gewässerlebewesen zu schaffen. Neben der Verbesserung des ökologischen Zustandes ist es auch ein Ziel die Erlebbarkeit des Gewässers zu verbessern. Die im Planungsabschnitt einmündeten Regenüberläufe werden ebenfalls umgestaltet, um die negativen Auswirkungen von schwallartigen Abflüssen aus den Rohrleitungen auf das Gewässer zu reduzieren.

Die am 6.7.2019 erfolgte Abfischung des Gewässerabschnitts hat gezeigt, dass es ein reiches Fischvorkommen in der Würm gibt. Es wurden über 1.000 Fische geborgen, und unterhalb der Baustrecke wieder in die Würm eingesetzt, so dass die Fische durch die Bauarbeiten nicht zu Schaden kommen.
Es wurden hauptsächlich Elritzen und Schmerlen und wenige Döbel gefangen. Natürlicherweise wären noch Bachforelle und Mühlkoppe zu erwarten. Diese kommen aktuell nicht in der Würm in Altdorf vor. Es ist zu erwarten, dass diese nach Fertigstellung der Maßnahme von unterstrom einwandern.

Die Projektkosten zur Umsetzung der umfangreichen Maßnahmen betragen ca. 476.000,- €. Mit dem Umbau wurde nach öffentlicher Ausschreibung die Gewässerbaufirma Schnug-Diener aus Fischen im Allgäu in der Gemeinderatssitzung am 11.12.2018 beauftragt.
Das Land Baden-Württemberg vertreten durch das Regierungspräsidium Stuttgart fördert die Maßnahme mit einem Zuschuss von ca. 308.000,- € im Rahmen der Förderrichtlinie Wasserwirtschaft.
Es ist geplant die Baumaßnahmen zum Ende des Jahres 2019 abzuschließen. Wir wünschen einen guten und unfallfreien Bauverlauf.