In der Gemeinde Altdorf besteht nach wie vor ein großer Bedarf an Pflegeplätzen für die älteren oder pflegebedürftigen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Derzeit müssen diese Personen in Pflegeheime an anderen Standorten ausweichen, wie z.B. nach Holzgerlingen oder Hildrizhausen.Ziel der Gemeinde sollte jedoch sein, ihre Pflegebedürftigen im Ort halten zu können, damit sie ihren Heimatort nicht verlassen müssen und Angehörige und Besucher keine weiten Wege haben.

Die Fortschreibung des Kreispflegeplanes 2020 hat das Ziel, eine bedarfsgerechte und wohnortnahe Versorgung pflegebedürftiger Menschen zu gewährleisten und weist für Altdorf einen Bedarf von 27 stationären Pflegeplätzen aus. Darüber hinaus gibt es für Altdorf einen Bedarf für 2 Kurzzeitpflegeplätze. Die Pflegeheime in den Nachbarkommunen sind alle voll belegt und halten lange Wartelisten für künftige Bewohner vor. Für die Schönbuchlichtung werden bis 2020 insgesamt 505 Pflegeplätze notwendig sein und das macht die Schaffung von zusätzlichen 154 Plätzen notwendig.

Die Gemeinde möchte künftig die für Altdorferinnen und Altdorfer notwendigen Pflegeplätze anbieten. Deshalb hat sich der Gemeinderat im Rahmen zweier Klausurtagungen im Frühjahr 2016 und 2017 mit der Suche nach einem geeigneten Standort für ein Pflegeheim beschäftigt.

Angedacht ist der Bau eines Pflegeheimes mit voraussichtlich 45 Pflegeplätzen, das sich bei dieser Größenordnung auch wirtschaftlich betreiben lässt. Nach Möglichkeit sollen dort auch Räume für die Diakoniestation sowie eine Begegnungsstätte realisiert werden. Ein Grundstück mit einer Größe von 3.000 m² wäre für ein solches Bauvorhaben mindestens notwendig. Die Gemeinde muss das Grundstück einem Träger oder Investor kostenlos bzw. für eine geringe Erbpacht zur Verfügung stellen.

Eine erste Standortprüfung durch das Städteplanungsbüro mquadrat aus Bad Boll wurde dem Gemeinderat bereits im Mai 2017 vorgestellt. Gegenstand der Prüfung waren insgesamt 9 Standorte, wovon 4 Standorte in der Ortsmitte liegen und 5 in der peripheren Lage der Gemeinde.

Die Standorte P1/P2 im Gewann „See“ südlich der Würm, P 7 im Gewann „Unteres Erlach“ im Osten der Gemeinde und P 9 im Gewann „Rappenäcker“ an der Ecke Finkenstraße/Taubenstraße kristallisierten sich schließlich als besonders geeignet heraus. Sodann wurde das Büro ARP, ArchitektenPartnerschaft Stuttgart, mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Gegenstand dieser Machbarkeitsstudie war, die Eignung dieser 4 Standorte für ein Pflegeheim zu untersuchen. Durch die Begutachtung war nicht nur die Machbarkeit des Entwurfes auf dem Grundstück festzustellen, sondern auch Vor- und Nachteile sowie mögliche Eigenheiten der einzelnen Grundstücke herauszuarbeiten.

Diese Machbarkeitsstudie wurde in der Gemeinderatsitzung vom 23.01.2018 in öffentlicher Sitzung ausführlich vorgestellt und beraten. Die Untersuchung zeigte, dass grundsätzlich alle 4 Standorte für ein Pflegeheim geeignet sind. Alle Standorte haben bezüglich der Einbindung im Ort, der vorhandenen Infrastruktureinrichtungen, der Erschließung, der Erreichbarkeit mit dem ÖPNV oder in Bezug auf die Bedingungen für den Grunderwerb und daraus entstehenden Kosten ihre spezifischen Vor- und Nachteile. Bei der sich anschließenden Diskussion im Gemeinderat zeichnete sich bereits eine Mehrheit für die Standorte P1/P2 ab.

In der öffentlichen Gemeinderatsitzung vom 6. Februar 2018 fasste der Gemeinderat nach Abwägung aller Vor- und Nachteile mit 10 Ja-Stimmen und 3 Nein-Stimmen folgenden Beschluss: Das Pflegeheim soll am Standort P 1 / P 2 im Gewann „See“ südlich der Würm realisiert werden. Die endgültige Platzierung an diesem Standort soll nach weiteren Untersuchungen und in Abstimmung mit dem noch auszuwählenden Pflegeheimbetreiber festgelegt werden.

Nachdem die Frage des Standortes geklärt war, galt es nun einen geeigneten Betreiber für das Pflegeheim zu finden. Bei einer Klausurtagung des Gemeinderats am 20.04.2018 bot sich für die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte die Gelegenheit, die Konzeption von drei möglichen Pflegeheimträgern kennen zu lernen, die bereits im Kreis Böblingen Pflegeheimen betreiben und die für den Betrieb des Pflegeheimes besonders in Frage kommen. Im Rahmen von zwei Informationsfahrten am 04. und 09.05.2018 hatte der Gemeinderat Pflegeheime dieser Betreiber besichtigt.

Nach der Sommerpause Anfang Oktober stellten die Vorstände der drei Pflegeheimträger ihre Organisationen und erste Gedanken zur Realisierung eines Pflegeheimes der Öffentlichkeit und dem Gemeinderatsgremium vor. Für vertiefende Fragen standen sie ebenfalls zur Verfügung. Das besondere Interesse der Gemeinderätinnen und Gemeinderäte galt dabei der personellen Ausstattung der Heime sowie der Pflege von Demenzkranken.

Nach einer eingehenden Abwägung beschloss der Gemeinderat mit großer Mehrheit, die Samariterstiftung mit der Trägerschaft und dem Betrieb des Pflegeheims zu beauftragen. Die Samariterstiftung mit Sitz in Nürtingen wird also in den nächsten Jahren unser Pflegeheim in Altdorf realisieren. Sie ist dabei sowohl der Investor und Bauherr als auch der Betreiber.

Ausschlaggebend für diese große Zustimmung von Seiten des Gemeinderats dürfte es gewesen sein, dass sich die Samariterstiftung klar dafür ausgesprochen hatte, das Pflegeheim in eigener Regie selbst zu bauen, während ein Mitbewerber für die Realisierung des Baus einen Investor mit ins Boot nehmen wollte. Ein weiterer wichtiger Punkt für die Entscheidung war die Zusage, im Erdgeschoss des neuen Pflegeheims eine Station für Demenzpatienten einzurichten. Erfahrungsgemäß befinden sich rund 85 % der Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen in einem Stadium der Demenz. Für deren Pflege und Betreuung reicht zumeist eine integrierte Pflege in den Wohngruppen aus. Schwer demente Menschen benötigen jedoch einen besonderen Schutz, damit sie sich nicht selbst gefährden. Besondere Einrichtungen, die z.B. das Verlassen des Gebäudes verhindern, können in der Demenzstation eingeplant werden. Das dort eingesetzte Personal wird durch Spezialfortbildungen bestens auf die Arbeit mit dementen Bewohnerinnen und Bewohner vorbereitet. Auf die Erhaltung der Alltagskompetenzen so lange wie möglich, wird besonderen Wert gelegt. Insgesamt besitzt die Samariterstiftung über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz sowohl mit großen als auch mit kleinen Pflegeheimeinheiten.

 
 

Ansprechpartner

Erwin Heller

Bürgermeister
1. Stock Zi. 03

Tel.: 07031/7474-0
Fax: 07031/7474-10

Karin Grund

Hauptamtsleiterin
2. Stock Zi. 13

Tel.: 07031/7474-20
Fax: 07031/7474-10

Dokumente