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Tiefbaumaßnahme Seeweg Zeitlicher Verzug aufgrund von Lieferschwierigkeiten von Glasfaserkabel

01.08.2018

Tiefbaumaßnahme Seeweg

Wer in den letzten 14 Tagen vor Ort bei der Baustelle am Seeweg war, der konnte feststellen, dass die Arbeiten dort etwas ins Stocken geraten waren. Dies lag an Lieferschwierigkeiten von Glasfaserkabeln. Denn beim aktuellen Bauabschnitt quert dort eine Kabeltrasse von verschiedenen Versorgungsleitungen die Straße direkt über den Kanälen. Folglich mussten hier zunächst die Kabel erneuert und verlegt werden. Das beteiligte Telekommunikationsunternehmen hatte allerdings erhebliche Probleme, die dringend benötigten Glasfaserkabel für eine Haupttrasse rechtzeitig herbeizuschaffen. Deshalb musste die Firma Morof für ca. 5 Tage die Kanalbauarbeiten unterbrechen, was leider zu einer Zeitverzögerung im Bauablauf führte.
Schließlich konnten die Glasfaserkabel aber am 23. Juli geliefert und an diesem und dem Folgetag eingebaut werden, so dass die Firma Morof danach wieder mit den Kanalbauarbeiten fortfahren konnte.

Die Tiefbaufirma arbeitet derzeit an einem der schwierigsten Bauabschnitte. Der neue Abwasserkanal und der neue Regenwasserkanal mit einem Durchmesser von je 170 cm schwenken vom Spielplatzbereich in den Seeweg ein was ein sog. „Krümmerbauwerk“ erfordert. D. h. die Kanäle müssen als Kurve verlegt werden. Hierbei kommt die innovative Baumethode mit Flüssigboden zugute, die es noch nicht allzu lange gibt.
Anstatt wie konventionell üblich, erst das Schotterbett für die Abwasserrohre herzustellen, dann die Kanäle einzulegen und schließlich mit Schotter zu verdichten, werden hier die Kanäle direkt auf den Boden gelegt und mittels Verbauteilen und durch verschiedenste Befestigungen gegen Auftrieb oder Verrutschen gesichert. Sodann wird das Aushubmaterial in der firmeneigenen Flüssigboden-Anlage in Gärtringen mit entsprechenden Zusatzstoffen (Ton, Zement und Wasser) vermischt und aufbereitet. Der so gewonnene Flüssigboden wird schließlich mit Betonmischerfahrzeugen zurück auf die Baustelle in den Seeweg gefahren. Mit diesem werden dann die Leitungsgräben wieder verfüllt. Anschließend verfestigt sich der Flüssigboden (ohne externe Verdichtungsarbeit) und ist bereits nach wenigen Stunden begehbar. Auf diese Weise kann die Grabenverfüllung bis auf Unterkante Planum (Unterkante Schottertragschicht) hergestellt werden.

Es handelt sich hier um den sog. RAL-patentierten RSS-Flüssigboden. Durch die Verwendung dieses Verfahrens wird eine absolute Kraftschlüssigkeit zwischen dem Auffüllmaterial der Leitungszone, dem Rohrmaterial und dem anstehendem Boden erreicht. Jegliche Erschütterungen durch Verdichtungsarbeiten sind nicht mehr notwendig. Dadurch werden die Baustellenanwohner während der Gesamtdauer der Baumaßnahme weniger belastet.
Auch aus ökologischen Gründen bietet dieses Verfahren Vorteile: Zum einen wird der vorhandene Boden/Schotter an Ort und Stelle wieder eingebaut. Deshalb wird kein Fremdmaterial aus Steinbrüchen benötigt. Zum anderen wird erhebliches Deponievolumen eingespart. Der Einsatz der RSS-Flüssigbodentechnologie entspricht somit auch den aktuellen gesetzlichen Forderungen des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes bezüglich der Vermeidung und der Entsorgung von Abfällen.

Bei unserer Baustelle kommen Kanäle aus GFK-Material (glasfaserverstärkter Kunststoff) zum Einsatz. Sie haben einen Durchmesser von 170 cm. Das GFK-Material ist dünnwandiger als herkömmliche Betonrohre. Aus diesem Grund konnte ein um 10 cm größerer Rohrdurchmesser gewählt werden. Dennoch kann durch das dünnwandigere Material die erforderliche Überdeckung der Kanäle beim Straßenbau erreicht werden.

Tiefbaumaßnahme
Die quer über den Seeweg neu verlegten Versorgungsleitungen
Die quer über den Seeweg neu verlegten Versorgungsleitungen
Einfüllen des Flüssigbodens in die Leitungsgräben
Einfüllen des Flüssigbodens in die Leitungsgräben
Der Flüssigboden umschließt schließlich die Kanäle
Der Flüssigboden umschließt schließlich die Kanäle
Tiefbaumaßnahme